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Chalandamarz
Der Ursprung dieses Brauches stammt aus dem romanischsprachigen Teil der Schweiz, dem Kanton Graubünden und wird am 1. März jedes Jahres gefeiert (chalanda = erster). Er kommt aus der Zeit her, als die Römer das damalige Rätien besetzt hielten.
Damals markierte Chalandamarz den Anfang des Jahres und diente dazu, die bösen Geister zu vertreiben. Später wurden an diesem Tag die im Februar gewählten Gemeindepräsidenten, Schreiber und Säckelmeister (Schatzmeister) in ihre Ämter eingesetzt.
Heute zieht die Schuljugend an diesem Tag singend und schellend durchs Dorf, um den Winter zu vertreiben. Die genaue Durchführung der Festivitäten unterliegt von Dorf zu Dorf merklichen Unterschieden. Dazu gehören Peitschenknallen, Kuhglockengeläute, Dorfbrunnenumrundung und vieles mehr.
Der Künstler Alois Carigiet stellt den Brauch im Buch Schellenursli sehr schön dar. Erhältlich in den Buchhandlungen.
Schlitteda
Die Schlitteda in Pontresina, welche jeweils am 2. Sonntag im Januar zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt des Engadiner Winters wird, hat sich von Generation zu Generation vererbt und erfreut sich grösster Beliebtheit. Die festliche Pferdeschlittenfahrt an einem lichtblauen Wintertag im tiefverschneiten Engadiner Hochtal bedeutet für die Jugend ein hoffnungsvolles Erwarten und Sehnen und für die ältere Generation ein unvergessliches frohes Erlebnis. Die Burschen laden ihre Mädchen ein und holen sie zu Hause ab. In seinem festlich geschmückten Pferdeschlitten kutschiert der Kavalier seine Begleiterin durch Pontresina und das Val Roseg.
Eiertrölen
Erinnern Sie sich noch an das Eiertrölen an Ostern? Die Eier mit einer besonders harten Schale waren Siegereier. Nach dem Ostergottesdienst suchte man draussen eine Wiese mit Abhang. Jeder rollte dann sein Ei die Böschung hinunter. Ging ein Ei in Brüche, so schied derjenige Spieler, dessen Ei es war, aus. Es gab auch solche, die legten vor Beginn des Spieles ihre Eier in einen Ameisenhaufen, damit die Schale besonders stark
wurde. Eierfärben gehörte natürlich auch zum Brauch. Meistens kochte man die Eier in einem Zwiebelschalensud. Das Eiertrölen wird in Pontresina noch immer durchgeführt. Die Eierbahn befindet sich auf Crast'Ota, unterhalb des Spazierweges.
Die rätoromanisch Sprache
Am 20. Februar 1938 wurde die rätoromanische Sprache als vierte Landessprache in der Schweiz anerkannt und auch gesprochen. Sie gehört neben dem Französisch, Italienisch und Spanisch zu den neolateinischen Sprachen und wird heute von rund 45'000 Menschen, unter anderem im Engadin gesprochen. Im Kanton Graubünden spricht man fünf verschiedene rätoromanische Idiome, welche sich jedoch stark unterscheiden. Im Oberengadin wird Rumantsch Puter gesprochen und geschrieben.
Die Engadiner Architektur
Charakteristisch für Engadiner Häuser sind die dicken Mauern und die trichterförmig nach innen zulaufenden Fensterleibungen, die trotz kleiner Fensteröffnungen viel Licht ins Innere führen. Durch diese Bauweise kann im Winter wenig Wärme entweichen. Zusätzlich ragen oft kleine Erker vor, um den Ausblick in die Gasse zu erweitern. Im Obergeschoss springen die Wandungen vor, weil viele der ärmlicheren Holzhäuser nachträglich mit Stein verkleidet wurden, um die Hebung des sozialen "Status" zu markieren.
Die Dekoration der Fassaden, eine spezielle Ritztechnik wird «Sgraffito» genannt. Dabei werden auf grauen Putz zwei bis drei weisse Kalkanstriche aufgetragen. In diese noch feuchte Kalkschicht ritzen die Zeichner mit Holzgriffeln die Motive ein. Hauptsächlich werden Portale, Fenster, Giebel und Gebäudeecken verziert, seltener jedoch ganze Fassadenflächen. Die Motive sind zumeist abstrakt gehalten, z.B. in Form von Bändern mit Dreiecksmotiven oder Zirkelornamenten.
Pontresina Tourist Information
CH-7504 Pontresina
Tel. +41 (0)81 838 83 00
Mail: pontresina@estm.ch
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